Unsere Gartensternwarte



Im folgenden werden Sie eine der wohl aussergewöhnlichsten Garten-Sternwarten kennenlernen.
Die Idee eine Sternwarte als Gaube auf einer Doppelgarage zu konzipieren, ist wohl einzigartig.
Der Vorteil liegt aber auf der Hand: Ich benötige keinen zusätzlichen Platz im Garten für eine Gartenlaube.
Weiterhin habe ich riesig viel Platz zur Verfügung. Die Grundfläche der Garage beträgt 6*5 Meter.

Als ich die Idee einem Schreinermeister erläuterte, riet er mir ab. "Die Gaube würde nie regendicht
werden" sagte er. Ich baute ihm daraufhin ein Modell aus Pappe und sagte ihm, dass ich von ihm nur den
Rohbau haben wolle. Für die Details, wie Seilzüge und Regendichtheit werde ich dann schon selbst sorgen.

Hier sieht man den Schreiner am ersten Tag des Projekts. Dachziegel wurden entfernt sowie die Sparren mit der Motorsäge herausgeschnitten. Die Sparren konnten gleich als Rohgerüst für die Gaube verwendet werden. Die Breite der Dachgaube beträgt 2,50m, die Tiefe 2,30m. Die Höhe des Giebels beträgt 2,40m. Die Garage steht in Nord-Süd Richtung. Nebenstehendes Bild zeigt den Blick nach Süden.

Als Aussenwand hat mir der Schreiner sog. PLYWOOD-Platten empfohlen. Das sind mehrere dünne zusammengleimte Hartholz-Furnier-Platten. Häufig werden solche Platten als Verschalung zum Betonieren verwendet. Sie sind extrem wetterbeständig und verziehen sich nicht. Da die Platten nur 12mm stark sind, hält sich auch das Gewicht in Grenzen. Die beiden "Dachflügel" bestehen jeweils aus einer grossen Platte (ohne Rahmen!) und sind mit jeweils 4 Scharnieren am Rohgerüst befestigt. Jeweils 2 Seile halten ein Flügel. An der Innenseite jedes Flügels sind 2 Haltegriffe befestigt, mit denen ich das Dach auf- und zuklappen kann. Den Firstbalken in der Mitte kann ich aushängen.

So sieht die Sternwartengaube fertig aus. Sie ist über zwei Fronttüren, die über die gesamte Breite gehen, zugänglich. Das über den beiden Türen befindliche First-Dreieck ist ebenfalls nach aussen aufklappbar. Mit einer kleinen Leiter, die unter dem Dachvorsprung der Garage hängt, komme ich zunächst auf den Gaubenvorsprung. Mit einem kleinen Hängeschloss sind die beiden Türen gesichert. Ich benötige ca. 2-3 Minuten bis ich mit dem Beobachten anfangen kann. Das Problem der Regendichtheit habe ich übrigens nach einigen Detailarbeiten gelöst. Unter Verwendung von Kunststoffleisten, die ich mit Teer befestigt habe, ist mir dies schliesslich gelungen. Aber mein Schreiner hatte Recht, das Problem war gar nicht so ohne.

Mit ca. 1000 Euro habe ich mir nun den Wunsch nach einer eigenen Sternwarte erfüllt und beobachte ca. 2-3mal sooft wie früher. Und das will schon was heissen!

Und da ist es nun!!

Ein bisschen baustellenmäßig sieht es schon noch aus, aber Platz habe ich zur genüge. An verregneten Tagen werde ich mich dem Innenausbau zuwenden, aber das hat ja noch Zeit. Den Strom habe ich einfach von unten aus der Garage per Kabel nach oben gelegt.

Die Betonsäule ist selbst gegossen und hat inkl. Säulenadapter eine Höhe von 1,30Meter. Ohne Staffelei geht da beim 12" er nichts. Für die beiden Refraktoren - einer davon an der Gegenwichtsstange - ist das allerdings die ideale Einblickshöhe.

Die beiden standardmässigen Verschlussdeckel des 12"-Tubus habe ich übrigens durch "Duschhauben" ersetzt.

In Horizontnähe (bis ca. 30Grad) kann ich nicht beobachten, da stören dann natürlich die Begrenzungswände der Gaube. Aber in diesem Bereich beobachte ich sowieso recht selten, und wenn, dann schnappe ich mir meinen Dobson und fahre in die Pampa ...

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Teleskope WEIGEL
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