Der Skywatcher 16" Flextube kommt auf die EQ-8 ...

Oktober 2013: 2 Jahre Wartezeit auf die neue EQ-8 sowie nochmals 2 lange Monate für die Realisierung der Schellen sind vorbei!
(Skywatcher bietet für die Flextube Dobson Baureihe keine Schellen an, da die Flextubes ausschließlich zum Einsatz auf einer Dobson Montierung entwickelt wurden)

Die Herausforderung bestand darin, die Schellen so dünn zu bauen, daß der Flextube ein- und ausgefahren werden kann. Die drei Schienen des Tubus verlaufen exakt 1cm am Tubus entlang, d.h. die Schellen müssen unter 1cm Dicke bleiben. Gleichzeitig darf aber die Stabilität nicht darunter leiden.

Auf Anfrage haben zwei Schellen-Produzenten abgesagt, da es mit den von ihnen verwendeten Materialien nicht realisierbar sei.
Nach weiteren eigenen Recherchen, fanden wir einen Hobby-Astronomen, der mit der Entwicklung von Teleskopen und Zubehör vertraut ist.

Dieser Hobby-Astronom ist Maschinenbau-Ingenieur und entwickelte per CAD die "Stahl-Spanngurt-Multiplex" Rohrschellen. Gemäß seiner Computer-Berechnung reicht die Stabilität aus. Die geniale Idee daran ist, daß die Schellen unterschiedlich dick sind. Der Multiplex-Teil der Schellen hat 4cm Höhe, die daran verschraubten V2A-Spanngurte - an denen die 3 Schienen problemlos vorbeigleiten können - haben aber nur 1mm:



vorher und nachher: 16" Rohrschellen mit Schiene (nur 1,8kg Gewicht)


Die 3" Schnell-Kupplung der EQ-8 wurde entfernt (Gewichtsersparnis übrigens 2,2kg) und die 3cm dicke Multiplexschiene direkt mit der EQ-8 verschraubt. Somit erhöht nicht nur die direkte Befestigung der Schiene mit 4 M5 Schrauben die Stabilität. Neben der Gewichtsersparnis rückt auch der Tubus 2,5cm näher an den Schwerpunkt. Ebenso die Gegengewichte. Das reduziert das Schwingungsverhalten:


Multiplex-Schiene (40*15*3cm) direkt verschraubt


Die kleinen RA- und DE-Klemmhebel wurden abgeschraubt und jeweils durch einen Imbussadapter ersetzt. So kann man jetzt problemlos die Klemmungen mit einen Inbus-Schlüssel öffnen und schließen:



Der 16" Tubus wiegt 32kg, mit Schellen und dem meist verwendeten 2" 28mm UWAN Okular sind das 35kg Gesamtgewicht. Genau die richtige Gewichtsklasse für die EQ-8! In den meisten Positionen kann gut im Stehen beobachtet werden. In Zenitnähe ist die maximale Einblickshöhe von 2 Metern erreicht, somit ist hier ein kleiner Schemel zum Draufstellen notwendig. Ein immenser Vorteil des Flextube ist sein geringer Platzbedarf. Bspw. kann erst in eingefahrenem Zustand die Gartensternwarte problemlos geschlossen werden (rechtes Bild). Der Tubus zeigt nach unten, so erledigt die Schwerkraft das Öffnen des Flextube:




Zwischenzeitlich wurde das Teleskop um einen Richfielder erweitert. Der kleine 80/400 Refraktor bietet etwa 4 Grad Gesichtsfeld. Statt teurer Leitrohrschellen kamen zwei sog. "Abstandsschellen" mit 25mm Durchmesser zum Einsatz. Damit kann der Refraktor in Azimut und Höhe mit einem Schraubenschlüssel eingestellt werden. Dieser Großfeldrefraktor ist auch schnell wieder abgeschraubt. Das Gesamtgewicht (inkl. Schellen und Okular) beträgt nur 1,7 kg (gleichzeitig wurde der 9*50 Sucher und Schuh mit 0,6 kg entfernt), d.h. insges. nur 1,1 kg mehr Belastung. Da der 80/400 recht nahe am Schwerpunkt liegt, verändert sich das Tubus-Gleichgewicht nicht.
"Kembles Kaskade" und die "Praesepe" M44 sind damit ein Genuß:




Beobachtungssitz und - tisch für den 16" Newton

Aufgrund der Beobachtungshöhe des 406/1800 Tubus auf der EQ-8 stößt man mit üblichem Zubehör schnell an Grenzen. Bspw. ist bei einem Beobachtungsstuhl bei etwa 90cm Sitzhöhe Schluss. Mit einer Hartholzstaffelei - ergänzt um eine Sitzfläche - lassen sich Höhen von 100-130cm realisieren. Beobachtungen in Zenitnähe lassen sich so auch im Sitzen erledigen. Um nicht ständig diese bequeme Sitzpostition verlassen zu müssen, bspw. um Sternenkarten zu lesen, haben wir ein kostengünstiges höhenverstellbares "Rednerpult" gebaut. Basis hierfür ist ein 2m langes Abflussrohr, das in zwei Hälften geteilt wurde. Die innere Hälfte wurde der Länge nach mit einer Flex durchtrennt. Somit ließ sich der Durchmesser verkleinern und die beiden Rohrhälften ineinanderschieben. Das "Pult" ist zwischen 100cm und 160cm variierbar.

Beobachtungen des Virgo-Galaxienhaufen waren mit diesem Zubehör ein Erlebnis! Den Deep Sky Atlas mit etwa 100 verzeichneten Virgo-Galaxien auf dem Pult, den Synscan Controller in der Hand, bequem sitzend das Okuar in Augenhöhe. So vergingen die Stunden wie im Fluge ...


zum 16" Skywatcher Newton auf EQ-8 ...

NEU: Erste Bilder mit der neuen Atik Infinity CCD Kamera





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Skywatcher 16" Flextube Newton auf EQ-8 Montierung